Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Landesvereinigung Niedersachsen e.V.


Pressemitteilung der VVN-BdA Niedersachsen vom 31.3.2020

AfD-Landtagsfraktion segelt unter falscher Flagge

VVN-BdA warnt vor Tricksereien der AfD - Alle sind aufgerufen: Bleibt wachsam!

Dass der "Niedersachsen-Abend" der AfD am 15. April endgültig abgesagt ist, steht für die VVN-BdA noch nicht fest. "Wir wissen, dass die Rechtspopulisten mit Björn Höcke als ihrer Galionsfigur auch nach der Corona-Krise diese Großveranstaltung in Niedersachsen planen“, sagt Andreas Nolte von der VVN-BdA Niedersachsen. Der Landessprecher weist darauf hin, dass bereits bei der Anmeldung der Veranstaltung unter falscher Flagge gesegelt“ wurde, als ein AfD-Funktionär versuchte, den vor Kurzem abgesagten Termin als private Veranstaltung zu kaschieren. Auch durch die Aufmerksamkeit von Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde jedoch schnell bekannt, dass sich dahinter tatsächlich eine Veranstaltung mit Höcke als Fraktionsvorsitzendem der AfD im Thüringer Landtag verbarg, um sich in der „Alten Zeche“ in Barsinghausen für den "Coup" der AfD beim Hintertreiben des Parlamentarismus in Thüringen bejubeln zu lassen.

Nolte stellt dazu weiter fest: „Die AfD versuchte nicht zum ersten Mal verdeckt und unter falschem Namen eine Großveranstaltung in Niedersachsen durchzuführen. Dass sie es heimlich versuchen muss, entlarvt sie schon. Hier beginnt ihre politische Verlogenheit, die mit vordergründig 'gerechten', aber in Wirklichkeit populistischen, ausgrenzenden und rassistischen Forderungen endet, um leicht Stimmen von Wählerinnen und Wählern einzusammeln und diese Gesellschaft zu spalten. Zugleich offenbart sie mit ihrer Heimlichtuerei ihre Angst vor der demokratischen Öffentlichkeit.“

Da dieser 15. April als 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen ein ganz besonderes Datum ist, vermutet die VVN-BdA, dass die AfD diesen Termin extra für ihre Hetzveranstaltung ausgesucht hat. „Wir müssen davon ausgehen, dass die AfD Niedersachsen ihre Propagandaveranstaltung mit Höcke ganz bewusst für diesen Befreiungstag geplant hatte, um die Opfer und den Gedenktag zu verhöhnen,“ befürchtet Mechthild Hartung, ebenfalls Landessprecherin der VVN-BdA.

"Wir rufen alle demokratischen Kräfte dazu auf: Bleibt wachsam! Sorgt gemeinsam überall im Land dafür, dass RechtspopulistInnen und FaschistInnen dauerhaft keine Möglichkeit haben, Hetzveranstaltungen, wie die mit Höcke geplante, zu veranstalten“, appellieren die beiden LandessprecherInnen der VVN-BdA an die Öffentlichkeit.



Gedenken unter Corona-Bedingungen

Da die offizielle Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des faschistischen Konzentrationslagers Bergen-Belsen in diesem Jahr aufgrund von Pandemie-Schutzmaßnahmen abgesagt wurde, fiel auch die Gedenkveranstaltung auf dem benachbarten Sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten aus. Sie wird seit vielen Jahrzehnten von der niedersächsischen VVN-BdA e.V. durchgeführt. "Wir bedauern sehr, dass die Sowjetischen Befreier ausgerechnet in diesem besonderen Gedenkjahr nicht ausreichend gewürdigt werden konnten", so Mechthild Hartung, eine der Landessprecherinnen der VVN-BdA Niedersachsen.

Im kleinen Rahmen wurde unter Beachtung der Schutzmaßnahmen dennoch ein sehr besonderes Gedenken realisiert. Inge Scharna und Jörg Teichfischer spielten mit Querflöte und Gitarre Melodien, die von den Teilnehmenden mitgesummt wurden, wie: „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“, „Steh auf, steh auf, Du Riesenland…“. Den Abschluss bildete das „Lied der Moorsoldaten“ und die "Unsterblichen Opfer", zu denen Blumen vor dem Denkmal, das an die über 20 000 sowjetische Kriegsgefangenen erinnert, abgelegt wurden.

Fotos: J. Meinke



Selbstdarstellung der VVN-BdA

Antifaschismus ist mehr als eine Gegenbewegung

Mitte März 1947 kamen in Frankfurt/M. Frauen und Männer, die im Widerstand gegen den Faschismus gestanden hatten, die als Verfolgte Opfer des NS-Regimes waren, zur ersten interzonalen Konferenz der Vereinigungen der Verfolgten des Naziregimes zusammen.

Aufgrund alliierter Auflagen war es auch den Antifaschistinnen und Antifaschisten bis dahin nur möglich gewesen, sich auf örtlicher, regionaler und - ab Ende 1946 - auf Zonenebene zu organisieren. Die Konferenz in Frankfurt war quasi die Geburtsstunde einer gesamtdeutschen Organisation, die sich dem sozialen und politischen Anliegen der Frauen und Männer aus dem Widerstand und der Opfer des Faschismus verpflichtet fühlte.

Von Anfang an verstanden die VVN-Mitglieder Antifaschismus als Zukunftsentwurf. Und so ist das Handeln der Organisation nicht nur bestimmt durch das Wirken für „die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“, sondern auch durch das Eintreten „für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit“.

Die Öffnung der Vereinigung für nachfolgende Generationen als „Bund der Antifaschisten“ 1971 brachte einen neuen Aufschwung der Organisation, in der sich bis zum heutigen Tag historische Erfahrung der Zeitzeugen mit politischer Überzeugung der jungen Mitglieder verbinden.


Als Ergänzung der Web-Angebote unserer Kreisvereinigungen in Niedersachsen möchten wir hier zusätzlich Informationen von überregionaler Bedeutung bieten. Für Informationen mit bundesweitem Bezug verweisen wir auf die Seiten unserer Bundesvereinigung.

Für Informationen in gedruckter Form empfehlen wir die Zeitschriften antifa und Der Rechte Rand.

Gedenkstätten in Niedersachsen

Eine Aufstellung der Gedenk- und Dokumentationsstätten in Niedersachsen gibt es bei der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Einen Überblick über die Arbeit der Stiftung bieten die Jahresberichte.

Das Jahr 1945

Zum 70. Jahrestag der Befreiung hat die VVN/BdA eine Website als "historisches Projekt" angelegt. Für den Zeitraum von Oktober 1944 bis Mai 1945 werden etwa 150 lokale Ereignisse in kurzen Texten dargestellt: die Befreiung von Städten und Lagern, Kriegsendverbrechen, die Hoffnungen der Befreiten und die juristische Aufarbeitung.

Zugänglich gemacht werden sie u.a. durch eine Landkarte, die mit einem Zeitschalter gekoppelt ist.

Weiterführende Texte zu Schwerpunktthemen, Links, Fotos und auch kurze Filme ergänzen die Texte. Die Website richtet sich an Laien und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Blog zur Befreiung

Zum 70. Jahrestag der Befreiung und des Endes des Zweiten Weltkrieges haben niedersächsische Gedenkstätten, Vereine und Einzelpersonen eine Website erarbeitet, auf der seit dem 27. Februar täglich bis zum 8. Mai Ereignisse vorgestellt werden, die sich vor 70 Jahren in Nordwestdeutschland ereignet haben. Die Beiträge werfen exemplarisch Schlaglichter auf Verbrechen, die Angehörige von SS, Gestapo, Polizei, Wehrmacht und Volkssturm, aber auch Zivilisten in den letzten Tagen des Krieges begangen haben. Zudem schildern sie die Situation der Häftlinge und Gefangenen in den Lagern und anderen Haftstätten kurz vor und nach ihrer Befreiung.